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Gegen städtische Willkür - der geplante Konzertparkplatz

Es klingt wie ein Scherz, aber es ist die bittere Wahrheit. Die Stadt Düsseldorf gönnt sich eine Arena mit einer aufwendigen Dachkonstruktion, welche es potentiellen Künstlern ermöglicht, großartige Konzerte unter freiem Himmel zu geben mit der Option, das Dach zu schließen, wenn es aufgrund der WItterungslage zu ungemütlich wird. Aber statt diese Arena zu nutzen, wird Ed Sheeran eingeladen, direkt nebenan sein Konzert vor einem Publikum von 80.000 bis 100.000 Teilnehmern zu geben - auf dem Messeparkplatz P1, welcher, wie der Name schon sagt, zum Parken gedacht ist. So - und nur so -  sieht es auch der bestehende verbindliche Bebauungsplan für die fragliche Fläche vor.
Bis zum heutigen Tage gibt es für solch ein Unterfangen weder eine öffentliche Planung/Beteiligung, noch gibt es eine Baugenhemigung, noch einen Ratsbeschluss.

Zahlreiche Bäume sollen gefällt werden

Ebenso sind keine Information zu vorgeschriebenen Gutachten (Lärm, Verkehr, Entsorgung etc.) verfügbar, die für einen Bauantrag zwingend notwendig sind. Dafür sind die meisten Karten für das Konzert allerdings bereits verkauft worden. Fakten geschaffen wurden ebenso in Form der Entfernung von 60 Bäumen, die im Weg standen. Insgesamt sollen es über 100 werden. Hierbei handelt es sich um großkronige Bäume, die eigens gepflanzt wurden, um die Erweiterung des Messeparkplatzes im Jahr 1989 zu rechtfertigen. Hierdurch sollten die "unvermeidbaren EIngriffe" in den Lohauser Rheinbogen als Kulturlandschaft und Naherholungsgebiet ausgeglichen werden.

Widerstand aus mehreren Gründen geboten

Der Heimat- und Bürgerverein bemüht sich auf verschiedenen Ebenen, auf die Verantwortlichen einzuwirken, um der Willkür entgegenzutreten. Entsprechende Eingaben hat der Verein bei der Landesregierung und bei der Kommunalpolitik gemacht. Unablässig bringt der Verein natürlich auch seine Argumente bei den Verantwortlichen der Stadt Düsseldorf vor. Die Gründe, warum wir als Heimat- und Bürgerverein so energisch Widerstand leisten, sind vielfältig:

  1. Es ist aus ökologischer Sicht unangemessen und nicht hinnehmbar, für ein Ereignis, welches ohne Not an fast gleicher und für solche Zwecke vorgesehener Stelle stattfinden kann, zahlreiche Bäume zu fällen - dem normalen Bürger beweist das Vorgehen im Übrigen einmal mehr die politische Doppelmoral, mit der Umweltbelange gehandhabt werden.
  2. Die Verkehrsinfrastruktur im Düsseldorf Norden ist den Besucherströmen bereits heute nicht gewachsen, wenn ein Konzert in der Arena ausverkauft ist - sie ist es im Übrigen auch ohne Konzert schon nicht im alltäglichen Berufsverkehr. 
  3. Der Panikforscher Schreckenberg mit seinen Erfahrungen aus der Duisburger Love Parade rät dringend davon ab, solche Massenveranstaltungen zu genehmigen und weist darauf hin, dass ein notwendiges Gutachten ein halbes Jahr und länger dauern wird - im Übrigen wird im Gegensatz zu Duisburg kein Politiker behaupten können, er sei nicht informiert gewesen.
  4. Das rigide Hinwegsetzen über Bürgerinteressen und geltendes Recht sowie das Unterlassen von Einbeziehung und Dialog darf der Wähler den gewählten Bürgervertretern nicht durchgehen lassen - zumal es im Übrigen nicht der erste Fall wäre, siehe Grand Départ.
    Letztlich treibt das die Wähler in die Arme jener Figuren, die von Kommunikation und Verständigung ohnehin nicht viel halten.

Text: Harald Schmidt
Bilder: Harald Schmidt

 

 

 

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